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Vollwertige Ernährung kann das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten deutlich senken
Freitag, 26 August 2005


In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 47,3 % und bösartige Tumoren mit 25,1 % weiterhin die häufigsten Todesursachen, so ein Ergebnis des Ernährungsberichts 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., der im Dezember 2004 veröffentlicht wurde. Schließt man die durch Rauchen assoziierten Todesfälle aus, sind diese ernährungsmitbedingte Krankheiten für 68 %, also für über zwei Drittel der Todesfälle verantwortlich. Die durch falsche Ernährung und Lebensweise mitverursachten Todesfälle könnten durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung verringert werden.



Die Todesursachen nach Krankheitsgruppen zeigen hierzulande ein für Industrienationen typisches Bild mit eindeutigem Trend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen in ihrer Häufigkeit zurück, Krebserkrankungen nehmen zu. Auch steigt die Lebenserwartung weiter an. Betrug 1990 die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 72,1 Jahre und für Frauen 78,6 Jahre, sind diese Zahlen 1999 auf 74,9 Jahre bei Männern und 81 Jahre bei Frauen angestiegen. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Lebenserwartung verringern sich jedoch. Im europäischen Vergleich der Lebenserwartung liegt Deutschland nur im Mittelfeld.

Bei der Verringerung der Sterblichkeit an ernährungsmitbedingten Erkrankungen kommt der Prävention durch eine vollwertige Ernährung und dem Weg zu einer gesundheitsorientierten Lebensweise eine große Bedeutung zu. Mehr Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, fettarme Varianten von Milch- und Milchprodukten, weniger Fleisch und Fleischwaren und die Integration von regelmäßigem Sport und Bewegung in den Tagesablauf sind richtige Ansätze.

Hintergrundinformation: Als Todesursache stehen Herzkrankheiten mit knapp 20 % in der Gruppe der Kreislauferkrankungen an erster Stelle, gefolgt von Gehirnarteriosklerose (9,5 %). Bluthochdruck tritt als direkte Todesursache mit 2,5 % bedeutend weniger auf. Allerdings schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass in entwickelten Ländern 20 % der Todesfälle auf zu hohen Blutdruck zurückzuführen sind. Bluthochdruck wird zwar selten im Totenschein aufgeführt, ist aber die eigentliche Ursache für die zum Tode führende Krankheiten wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz. Insgesamt sterben mehr Frauen als Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders deutlich sind die Unterschiede bei Tod durch Schlaganfall: Nur 8 % der Männer sterben hieran, aber 16 % der Frauen. Diese erleiden den Schlaganfall später, er endet aber öfter tödlich.

Ein weiterer, häufig unterschätzter Todesfaktor ist Übergewicht bzw. Fettsucht (Adipositas). Übergewicht und Adipositas tauchen in der Sterblichkeitsstatistik als Grunderkrankung mit nur 0,08 % äußerst selten auf. Dagegen lässt sich ein direkter Bezug zwischen hohem Körpergewicht und Sterblichkeit feststellen: Mindestens einer von 13 Todesfällen in der Europäischen Union wird auf Übergewicht/Adipositas zurückgeführt. Dabei ist Übergewicht ein wichtiger Wegbereiter von Stoffwechselkrankheiten. Die Lebenserwartung sinkt ab dem 40. Lebensjahr um durchschnittlich 2,6 bis 3,1 Jahre, bei Adipositas sogar um bis zu 7 Jahre.

Diabetes mellitus zählt bei Frauen zu den 10 häufigsten Todesursachen; in der Gesamtstatistik der Todsursachen spielt Diabetes nur eine untergeordnete Rolle (2,6 %). Ähnlich wie bei Bluthochdruck und Übergewicht ist aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Personen mit einem Diabetes mellitus Typ 2 deutlich erhöht: Metabolische Veränderungen wie Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck hängen eng zusammen. Die deutliche Zunahme von Diabetes mellitus wird sich zukünftig auch auf die Sterblichkeit, insbesondere auf eine frühere Sterblichkeit auswirken: 1995 lag die Zahl der erkrankten Typ-2-Diabetiker in Deutschland bei ca. 2,7 Mio., 5 Jahre später war sie schon auf 3,4 Mio. angestiegen, 2010 werden schätzungsweise 4,2 Mio. erkrankt sein.

Jeder vierte Mensch in Deutschland stirbt an Krebs, wobei die Tumoren des Verdauungstrakts vorne liegen. Werden die Krebsarten nach Geschlechtern betrachtet, tritt bei Frauen Brustkrebs und bei Männern Lungenkrebs am häufigsten auf. Der Anteil der Krebserkrankungen, die auf die Ernährung zurückzuführen sind, wird mit etwa 35 % angegeben. Für Personen mit geringem Verzehr von Gemüse und Obst verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko für viele Krebserkrankungen. Die häufigste Ursache für Lungenkrebs bleibt das Rauchen. Quelle: 3



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