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Vitamin C hilft kaum gegen Erkältung - außer in Extremsituationen
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| Entgegen weit verbreiteter Ansichten kann Vitamin C einer Erkältung nicht vorbeugen oder die Beschwerden lindern. Lediglich bei Leistungssportlern oder extremen Wetterbedingungen könnte eine Wirkung vorhanden sein, urteilen Wissenschaftler in PLoS Med (2005; 2: e168).
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| Der Glaube an die prophylaktische und therapeutische Wirkung von Vitamin C geht auf den Nobelpreisträger Linus Pauling und seinen 1970 erschienenen Bestseller „Vitamin C and The Common Cold” zurück. Doch im Zeitalter der evidenzbasierten Medizin zählt die Meinung eines einzelnen Experten wenig und nach Ansicht von Robert Douglas von der Universität Canberra und Harri Hemilä von der Universität Helsinki konnte Paulings Ansicht bisher nicht bestätigt werden.
Die Autoren haben ihre Cochrane-Analyse aus dem letzten Jahr aktualisiert. 29 Studien mit 11 077 Teilnehmern wurden zur Frage durchgeführt, ob Vitamin C den Schnupfen verhindert. Ergebnis: Die Einnahme von bis zu 2 000 Milligramm Vitamin C (Ernährungswissenschaftler schätzen den Tagesbedarf auf 60 bis 90 Milligramm) senkten das relative Risiko, einen Schnupfen zu erleiden, um vier Prozent (relatives Risiko RR 0,96). Bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,92 bis 1 wird damit zwar fast ein Signifikanzniveau erreicht, aber eine klinische Relevanz lasse sich aus diesem Ergebnis nicht ableiten, meinen Douglas und Hemilä.
Immerhin: In einer Subgruppe von sechs Studien an 642 Marathonläufern, Skifahrern und Soldaten, die unter subarktischen Bedingungen im Manöver waren, konnte jeder zweite Schnupfen verhindert werden: RR 0,50 (0,38 bis 0,66).
Doch diese Bedingungen dürften für die wenigsten Menschen zutreffen (auch wenn man fast sicher sein kann, dass dieser Aspekt von den Herstellern von Vitamin-C-Präparaten schon bald beworben werden wird).
Allenfalls könnte die prophylaktische Einnahme von Vitamin C zu einer Verkürzung des Schnupfens führen. Bei Erwachsenen könnte nach der jetzigen Meta-Analyse die Dauer um acht Prozent (drei bis 13 Prozent) und bei Kindern um 13,5 Prozent (fünf bis 21 Prozent) verkürzt werden. Diese Aussage stützt sich auf 13 Vergleichsstudien mit 9676 respiratorischen Episoden. Auch die Fehlzeiten durch Schnupfen könnten eventuell durch hoch dosiertes Vitamin C gesenkt werden, allerdings ebenfalls nur in einem geringen Ausmaß.
Ebenso unsicher ist die therapeutische Wirkung von Vitamin C, das heißt die Einnahme nach Einsetzen der ersten Symptome. Hierzu wurden sieben Studien analysiert, die in der gemeinsamen Analyse keine therapeutische Wirkung zeigten. Nur in einer einzigen Studie, in der Vitamin C in einer sehr hohen Dosis von acht Gramm gegeben wurde, zeigte sich eine Verkürzung der Krankheitsdauer (Anderson et al.: Can Med Assoc J 1974; 111: 31–36). Das sei zwar ein „verlockendes“ Ergebnis, meinen die Autoren, reiche jedoch nicht für eine Empfehlung. Hier sollten zunächst weitere Studien durchgeführt werden Quelle: 5
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